| Die Arbeiterwohlfahrt in St. Arnual
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten viele Menschen in schwerem Elend. Arbeits- und Obdachlose, Versehrte, Alte und Kranke waren mittellos und hatten keinerlei Perspektiven oder Aussicht auf Hilfe. Vor diesem Hintergrund gründete Marie Juchacz im Jahre 1919 die Arbeiterwohlfahrt. Ihre Idee war es, organisiert das Elend der Schwächsten aufzufangen. Ehrenamtliche Helfer verstanden es schon in diesen ersten Jahren schnell und unkompliziert zu helfen.
Im Saargebiet kam es erst im Jahre 1924 zur Gründung der AWO Saar, da hier bedingt durch das Völkerbundsmandat eine Gründung zunächst nicht möglich war. Schnell wuchs die Zahl der Ortsvereine und der angeschlossenen Hilfseinrichtungen. Die AWO gewann mehr und mehr an Bedeutung als Sozialverband.
Im Rahmen des Gleichschaltungs- und Verfolgungsterrors in der NS-Zeit organisiert Marie Juchacz in den Jahren 1933-35 in Saarbrücken eine Fremdenpension als Anlaufstelle für Verfolgte des Nationalsozialismus. Mit der Rückgliederung des Saargebiets ans Deutsche Reich muss dieser Betrieb allerdings eingestellt werden. Viele engagierte AWO-Mitglieder werden nun rigide politisch verfolgt.
Nach 1945 lag Deutschland in Schutt und Asche. Familien ohne Väter und Söhne, ausgebombte Mütter mit Kindern und alte Menschen, die oft ihre gesamte Habe verloren hatten, bestimmten das Straßenbild. Ausgemergelte, teilweise schwerkranke Kriegsheimkehrer fanden eine völlig zerstörte Heimat vor. Die AWO bewies auch hier ihre Effizienz und leistete wesentliche Beiträge zum Wiederaufbau in Deutschland. Suppenküchen und Nähstuben nahmen nach dem Verbot durch das nationalsozialistische Terrorregime ihre Arbeit wieder auf und ermöglichten den Ärmsten das blanke Überleben. Kriegsversehrten und Heimkehrern sowie Flüchtlingen konnte die AWO bei der Reintegration in den Lebensalltag helfen und es etstanden nach und nach Pflegestätten, Altenwohnheime und Jugendhilfeeinrichtungen. Vor allem die Kinder- und Jugendarbeit wurde zu dieser Zeit stark ausgebaut. Es entstehen allmählich zahlreiche Beratungsstellen,für alle sozialen Belange.
In den Jahren des Aufschwungs und des wachsenden Wohlstandes, verstand sich die AWO weiterhin als Anwalt der Armen und Schwachen. Mit der Schaffung von modernen Alten- und Pflegeheimen und dem Ausbau der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Behindertenhilfe vergrößerte die AWO Jahr für Jahr ihr soziales Wirkungsfeld. Man wandte sich nun auch auch vermehrt den Mittelschichten der Bevölkerung zu.
Während ihrer fast 85-jährigen Geschichte hat sich die AWO im Saarland stets an den Bedürfnislagen der Menschen orientiert. Schnelle Hilfe, unbürokratisches Handeln und das Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen die AWO zu einem zuverlässigen, kompetenten und tatkräftigen Partner.
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